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Rituale

Unser Leben und Miteinander ist ein Prozess, der in bestimmten Phasen Übergänge mit sich bringt, die uns in jeder Hinsicht erfordern und so auch zu Überforderung und Krisen führen können. Diese Übergänge sind Zeit der Wandlung, der Veränderung. 

Derartige einschneidenden Übergänge kennen wir zum Beispiel bei der eigenen Geburt, der Pubertät, dem Übergang zum Erwachsenen, einer Arbeitslosigkeit oder einem Berufswechsel, der Ehe, der Geburt des Kindes aber auch bei einer Scheidung. Phasen der Trauer wie nach einer Fehlgeburt, dem Tod eines Kindes, Ehepartners oder Elternteils können so ein schwerer Einschnitt sein, der einen großen inneren und äußeren Wandel abverlangt, um wie zurück in eine neue „Normalität“ zu finden. 

Auch Gruppen wir Familien, Teams oder ganzen Unternehmen gehen durch solche Prozesse und durchleben vergleichbare Phasen. 

 

Rituale für heilsame Veränderungen

In allen Kulturen und Religionen wusste man darum und fand eine Lösung in kraftvollen Ritualen, die uns helfen, solche Hürden mit Schwung nehmen zu können bzw. um eigene Wege der Heilung, Wege aus der Not zu finden.

Sakramente wie Taufe, Kommunion, Firmung, Hochzeit, Weihen, Beichte, Krankensalbung bzw. letzte Ölung spiegeln das im christlichen Glauben wieder.

Bei wirksamen Ritualen geht es nicht um das Alltägliche und sind nicht die Kleidung, Geschenke und die Feier das wichtige. Wobei dies ein natürlicher Ausdruck der Würdigung des Augenblicks und der Freude über die gewonnene Kraft, die hilfreichen Erkenntnisse und die erfahrene Heilung sind. 

 

Die Aufgabe des Ritualleiters - Aufbauen und Halten eines heiligen und damit heilsamen Raums

Rituale können bereits kleine aber bewusste Handlungen sein, die sich aber abheben vom Profanen und alltäglichen Alltag. Wir ein Ritual gemacht, weil man es macht, weil es schon immer so war, weil man einen eingeschliffenen Mechanismus folgt, hat dies nichts mehr mit Heilung zu tun, sondern eher mit dem Gegenteil.

Rituale finden also zu einer herausgehobenen Zeit jenseits vom Alltag statt. Doch nicht nur die Zeit ist entscheidend auch der Raum. Es wird ein heiliger Raum geschaffen, der sauber, schön und vor allem klar strukturiert ist. Für die Klarheit und Struktur im zeitlichen Ablauf und in der Schaffung und Einhaltung des Raumes ist der Ritualleiter zuständig. Er schafft so durch seine Klarheit, einen heile, heilige oder heilende Raumzeit.

Alles, was die Teilnehmer des Rituals in diesen Raum einbringen, wird darin verstärkt. Man könnte sagen, es gibt eine Art Echo oder Widerhall, der das, was ist, lauter und damit bewusst macht bzw. das Ausgesprochene in Resonanz bringt und damit eine neue Realität schafft. Deshalb ist die Klarheit, Schönheit und Reinheit während des Rituals sehr wichtig. Die Struktur und Klarheit in Raum und Zeit geht auf die Teilnehmer über. So wird der heilige Raum zum heilsamen Raum.

Je klarer dann auch ein Gebet formuliert wird, umso effektiver und effizienter kann es wirken. Alles, was sich während des Rituals zeigt, ist hilfreiche Information und kann der Erkenntnis dienen. 

Es gibt verschiedene „Vorlagen“ für Rituale zur Heilung oder Übergange in Wandlungsphasen, der Ablauf eines Rituals kann aber auch gemeinsam mit dem Ritualleiter von den Teilnehmern bestimmt werden. Generell ist bereits die Vorbereitung des Rituals ein wichtiger Bestandteil des Rituals, der nicht oft nicht nur die meiste Zeit in Anspruch nimmt, sondern Teil des Erkenntnis- und Heilungsweges ist.   

Pfeifenrituale

Die Pfeife ist ein altes Werkzeug der Schamanen. Es ist nicht nur Symbol der Verbindung des Männlichen und Weiblichen, sondern auch Mittel zur Kommunikation mit dem großen Ganzen. Die Pfeife kann als "Friedenspfeife" innerhalb einer Gruppe genutzt werden, aber auch zum geistigen Heilen, zur Umsetzung von Wünschen und Visionen, zur Erkenntnisgewinnung oder zur persönlichen Entwicklung.

Durch die Anbindung der Pfeife an eine Tradition und damit an ein großes, starkes morphisches Feld wird die Wirkung von Ritualen und die Wirkung noch einmal verstärkt.

 

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